Yakwolle als Kaschmir-Alternative: Eigenschaften, Vorteile & Vergleich
- vor 2 Tagen
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Weich, warm und außergewöhnlich leicht – Yakwolle
Du möchtest etwas sehr Weiches, Warmes und Hochwertiges – aber möchtest auf Kaschmir verzichten?
Yakwolle gehört für mich zu den spannendsten Naturfasern für hochwertige Strickstücke. Doch wie passt Yak eigentlich als Kaschmir-Alternative?
Der SAKI-Schal aus Baby Yak Medium von MYak zeigt sehr schön, was ich an Yakgarnen schätze: eine außergewöhnliche Weichheit, ein angenehmer Fall und ein sehr leichtes, wärmendes Tragegefühl.
Als studierte Mode- und Textildesignerin betrachte ich ein Garn immer im Zusammenhang mit dem fertigen Strickstück. Faser, Garnkonstruktion, Maschendichte und Verarbeitung bestimmen gemeinsam, wie sich ein Gestrick anfühlt, fällt und seine Form behält. Und genau deshalb finde ich Yakwolle als Alternative zu Kaschmir so interessant.
Was ist Yakwolle eigentlich?
Das Yak ist ein Rind, das ursprünglich aus den Hochgebirgsregionen und Hochebenen Zentralasiens stammt. Es ist vor allem in Tibet, der Mongolei und den angrenzenden Regionen beheimatet und an extreme Kälte, große Höhen und trockene Landschaften angepasst.
Sein dichtes Fell schützt das Tier vor den oft eisigen Temperaturen dieser Regionen. Dabei besteht das Fell aus unterschiedlichen Haartypen:
einem gröberen Deckhaar, das für Seile, Zeltstoffe (besonders für Jurten), Teppiche und Packtaschen und einem besonders feinen, weichen Unterhaar, das direkt am Körper liegt und vor Kälte isoliert.
Wenn wir von hochwertiger Yak-Wolle sprechen, geht es vor allem um dieses feine Unterhaar. Es ist besonders weich, leicht und wärmeisolierend und eignet sich deshalb hervorragend für hochwertige Garne.
Damit gehört Yak – ebenso wie Kaschmir – zu den feinen tierischen Fasern, die ein besonders luxuriöses Tragegefühl ermöglichen.
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Und genau diese Lebensbedingungen des Yaks erklären auch, warum seine Faser so interessant ist: Sie ist dafür gemacht, Wärme bei extremen klimatischen Bedingungen zu speichern.
Yak und Kaschmir: Was unterscheidet die beiden Fasern?
Kaschmir ist für seine außergewöhnliche Feinheit und Weichheit bekannt. Die Faser fühlt sich eher glatt & weich an und kann ein besonders leichtes, warmes Gestrick ergeben.
Yak ist ebenfalls weich und wärmend, wirkt im fertigen Strickstück aber je nach Garnkonstruktion häufig etwas stabiler und charaktervoller.
Dabei möchte ich nicht behaupten, dass Yak grundsätzlich formstabil und Kaschmir grundsätzlich instabil ist. So einfach ist es beim Garn nicht:
Die Faser ist nur ein Teil des Ganzen.
Auch die Art, wie sie versponnen und gezwirnt wurde, die Maschendichte und die Verarbeitung beeinflussen das Verhalten eines fertigen Strickstücks ganz wesentlich. Trotzdem gibt es zwischen den beiden Fasern interessante Unterschiede.
Weichheit: Beide gehören zu den feinen Luxusfasern
Wenn es um Weichheit geht, können sowohl Kaschmir als auch Yak außergewöhnlich angenehm sein. Die feinen Fasern ermöglichen ein sehr weiches Tragegefühl, ohne dass das Garn zwingend dick oder schwer sein muss.
Gerade für Schals, Tücher, leichte Pullover oder feine Oberteile ist das interessant.
Yak fühlt sich dabei nicht einfach wie eine Kaschmirkopie an. Es besitzt einen eigenen Charakter. Je nach Garn kann Yak etwas trockener und klarer wirken als Kaschmir, gleichzeitig aber sehr weich und wärmend sein.
Für mich ist genau das spannend: Yak muss Kaschmir nicht imitieren, um eine luxuriöse Faser zu sein. Feststeht aber: Von den gängigen tierischen Edelhaaren kommt Yak Kaschmir in seinen Eigenschaften besonders nahe.
Warum Kaschmir beim Tragen seine Form verändern kann
Kaschmir ist außergewöhnlich fein und weich, besitzt aber weniger natürliche Rücksprungkraft im Vergleich zu klassischer Schafwolle. Der Grund liegt unter anderem in der geringeren Kräuselung der Faser.
Das kann sich beim Tragen bemerkbar machen – besonders an Bündchen, Ärmeln und anderen Stellen, die regelmäßig gedehnt werden. Das Gestrick kann seine ursprüngliche Spannung mit der Zeit verlieren.
Kaschmir ist deshalb nicht schlecht oder ungeeignet. Es braucht nur ein Strickprojekt, zu dessen gewünschtem Verhalten die Faser passt.
Und wie verhält sich Yak?
Im fertigen Gestrick kann Yak – abhängig von Garnkonstruktion und Maschendichte – etwas stabiler wirken als sehr feines Kaschmir.
Das bedeutet nicht, dass Yak die Elastizität von Schafwolle besitzt. Aber im Vergleich zu Kaschmir verändert sich die Form eines Yak-Gestricks unter Belastung meist weniger stark.
Genau das ist einer der Grände, Yak als Alternative zu Kaschmir in Betracht zu nehmen, wenn ein Strickprojekt belastbarer sein soll.

Yak kann wunderschön fallen
Eine Eigenschaft von Yak, die ich besonders mag, ist sein weicher, fließender Fall. Ein feines Yakgestrick kann sehr geschmeidig wirken und sich schön an den Körper oder um den Hals legen.
Dabei kann sich ein Strickstück aus Yak nach dem Waschen durchaus in seiner Länge verändern. Das ist kein Qualitätsmangel. Es ist eine Eigenschaft, die du bei der Verarbeitung berücksichtigen musst.
Gerade deshalb ist eine gewaschene Maschenprobe bei Yak für mich unverzichtbar.

Warum du Yak immer gewaschen beurteilen solltest
Eine trockene Maschenprobe zeigt dir nur einen Teil dessen, was später mit deinem Strickstück passiert. Durch das Waschen werden die feinen Fasern aufblühen - vor allen Dingen, wenn du ungefäbte Garne verarbeitest. Das Garn wird dadurch weicher, voluminöser und das Maschenbild kann sich deutlich verändern. Auch die Maße können sich verändern.
Deshalb gilt bei Yak:
Nicht nur stricken, messen und loslegen – sondern waschen, trocknen und anschließend noch einmal messen.
Erst dann weißt du, wie sich das Garn tatsächlich im fertigen Gestrick verhält.
Gerade bei einem hochwertigen Garn, in das viele Stunden Handarbeit fließen, würde ich auf diesen Schritt nicht verzichten.
Tipp: Je kompakter das Garn, desto länger sollte es im Wasser bleiben, damit es bis tief in den Kern eindringen kann. Erst dann blüht das Garn auf und zeigt seine volle Schönheit.
Yak oder Kaschmir – welches Garn passt zu mir?
Eigenschaft | Kaschmir | Yak |
Weichheit | außergewöhnlich weich | außergewöhnlich weich |
Wärme | sehr hoch | sehr hoch |
Elastizität | eher gering | meist etwas höher |
Formstabilität | abhängig von Garn und Strickweise | häufig etwas stabiler |
Fall | leicht und weich | weich und fließend |
Pilling | kann bei Reibung auftreten | weniger als bei Kaschmir |
Maschenprobe | sinnvoll | unbedingt gewaschen prüfen |
Charakter | sehr fein, weich, luxuriös | weich, warm, etwas charaktervoller |
Diese Tabelle ist natürlich nur eine Orientierung, denn ein Garn ist mehr als seine Faserbezeichnung. Ein stark gezwirntes Yakgarn kann sich beispielsweise völlig anders verhalten als ein locker gesponnenes Yakgarn. Und genau deshalb schaue ich bei der Garnauswahl immer auch auf die Garnkonstruktion.
Die Garnkonstruktion macht einen Unterschied: Meine Yakgarne
Ich möchte dir aus meinem Shop zwei unterschiedliche Yakqualitäten zeigen, die zwei unterschiedliche Garnkonstruktionen aufweisen:
Für den SAKI-Schal und das MARLA-Top habe ich Baby Yak Medium von MYak verwendet.
Die Baby Yak medium hat auf 50g eine Lauflänge von 117m und ist besonders weich. Ein wichtiger Punkt ist, dass das Garn als Kammgarn erstellt wurde. Es ist somit stabiler und fester als ein vergleichbares Streichgarn. Gerade für Modelle, die etwas fester sein sollten, ist diese Qualität für mich sehr interessant.
Da der SAKI-Schal sehr gut wärmen soll und das MARLA-Top im Winter als Pullunder getragen wird, zeigen diese zwei unterschiedliche Möglichkeiten, wie sich die Baby Yak medium einsetzen lässt: besonders fest, dick und wärmend.
Ein anderes Beispiel für ein ebenfalls 100% Yakgarn ist Gengis Khan 3 von Fonty.
Es wird dreifädig gezwirnt, ist jedoch ein Streichgarn.
Es ist sehr weich, wärmend und geschmeidig und wird ebenfalls nur in naturbelassenen Farbtönen angeboten.
Besonders schön finde ich dabei die natürlichen Farben der ungefärbten Yakfaser.
Gengis Khan 3 ist in sieben naturbelassenen Farbtönen erhältlich: drei Unitöne und vier melierte Töne, die aus den drei Grundfarben entstehen.
Die Lauflänge beträgt 200 m auf 50 g.
Meine Maschenprobe in glatt rechts mit Nadel 3,0 mm ergibt:
25–26 Maschen und 36 Reihen auf 10 × 10 cm.
Auch hier zeigt sich wieder, warum mir die Garnkonstruktion wichtig ist.
Gengis Khan 3 ist nicht einfach nur „Yak“.
Die dreifädige Konstruktion gibt dem Garn einen eigenen Charakter und beeinflusst, wie es sich strickt und wie das Maschenbild erscheint.
Streichgarn und ist somit leichter als das Garn von Myak für feine Pullis & Tops oder zarte Tücher
Gut zu wissen: Ungefärbte Naturfasern bewahren viele der natürlichen Eigenschaften, die ein Naturprodukt so besonders machen.
Was ich an Yak besonders schätze
Für mich liegt die Stärke von Yak nicht darin, Kaschmir nachzuahmen. Yak ist eine eigenständige & sehr faszinierende Faser.
Ich schätze die Verbindung aus Weichheit, Wärme, Leichtigkeit und etwas höherer Formstabilität als Kaschmir. Je nach Garnkonstruktion kann Yak außerdem weniger zum Pilling neigen und dadurch langlebiger sein.
Auch die Herkunft der Faser ist für mich wichtig: Yaks sind bis heute eine wichtige Lebensgrundlage für die bäuerliche Bevölkerung Zentralasiens. Sie werden nicht nur wegen ihrer Unterwolle gehalten, sondern auch als Last- und teilweise Reittiere sowie wegen ihres Fleisches und ihrer Milch. Die feine Unterwolle wird während des natürlichen Fellwechsels ausgekämmt.
Im Vergleich dazu können aufgrund von starker Nachfrage die wachsenden Kaschmirziegenherden in China und der Mongolei durch Überweidung und Kahlfraß die empfindlichen Weideflächen belasten und Versteppung und Bodenerosion begünstigen.
Genau diese Verbindung aus Faserqualität, Langlebigkeit und Herkunft macht Yak für mich zu einer verantwortungsvolleren Alternative zu Kaschmir.
Ich habe Yak deshalb nicht nur wegen seiner Weichheit und seines Luxusgefühls gewählt, sondern weil es besser zu der Art langlebiger Strickstücke passt, die ich entwickeln und empfehlen möchte.
Yak statt Kaschmir – meine Einschätzung
Kaschmir ist eine außergewöhnliche Faser - Yak als Alternative aber ebenfalls:
Yak finde ich besonders interessant, weil die Faser Weichheit und Wärme mit etwas mehr Formstabilität verbindet und für mich zugleich eine verantwortungsvollere Alternative zu Kaschmir darstellt.
Die feine Unterwolle wird während des natürlichen Fellwechsels ausgekämmt und gesammelt – ein Aspekt, der für meine Materialentscheidung wichtig ist.

Deshalb habe ich mich für Yak entschieden. Nicht, weil Yak Kaschmir ersetzen muss, sondern weil es für viele Strickstücke die passendere Materialentscheidung sein kann – in seinen Eigenschaften und in der Art, wie ich mit natürlichen Materialien umgehen möchte.
Yakwolle ist ein Strickfaser, die nicht nur beim ersten Anfassen begeistert, sondern aus dem ein Strickstück entsteht, das man über viele Jahre gerne trägt.
Du möchtest Yak selbst ausprobieren?
In meinem Shop findest du ausgewählte Yakgarne und passende SoN-Wollpakete, unter anderem für den SAKI-Schal und das MARLA-Top.
So kannst du nicht nur die Faser kennenlernen, sondern direkt ein Modell auswählen, bei dem das Garn und die Konstruktion aufeinander abgestimmt sind.
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Hier findest Du einen passenden Beitrag über "Fonty Garne aus Frankreich – Besonderheiten der Qualitäten und meine Auswahl im Shop".
Und nun viel Freude beim Verstricken von Yak-Garnen!
Sende dir ganz herzliche Strickgrüße
Irina












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