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Warum ich keine Viscosegarne verkaufe – Viskose beim Stricken einfach erklärt

  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 13 Stunden


Immer wieder werde ich gefragt, warum man in meinem Shop keine Garne mit Viskose findet.


Erst vor kurzem schrieb mir eine Kundin, dass sie ein Sommertop aus einem Viskosemischgarn strickt. Sie war mit dem Strickgefühl nicht zufrieden und suchte nach einer Alternative. Solche Fragen bekomme ich regelmäßig.


Dabei geht es selten darum, ob Viskose grundsätzlich gut oder schlecht ist. Viel häufiger möchten Strickerinnen wissen:

  • Ist Viskose ein gutes Strickgarn?

  • Welche Vor- und Nachteile hat Viskose?

  • Warum verwendest du keine Viskosegarne?

  • Welche Alternativen gibt es?


Genau diese Fragen möchte ich in diesem Beitrag beantworten.

Was ist Viskose überhaupt?


Viele glauben, Viskose sei eine Naturfaser. Tatsächlich stimmt das nur teilweise.

Der Ausgangsstoff ist zwar Zellulose, die meist aus Holz gewonnen wird.


Bis daraus jedoch ein spinnbares Garn entsteht, durchläuft die Zellulose mehrere chemische Verarbeitungsschritte. Dabei wird sie aufgelöst, zu einer zähflüssigen Masse verarbeitet und anschließend zu feinen Fasern versponnen.

Deshalb wird Viskose als Regeneratfaser oder halbsynthetische Faser bezeichnet.


Sie stammt zwar aus einem natürlichen Rohstoff, unterscheidet sich in ihrer Herstellung jedoch deutlich von anderen veganen Garnen aus Baumwolle, Leinen oder Hanf.

Warum wird Viskose so häufig eingesetzt?


Obwohl Viskose keine klassische Naturfaser ist, wird sie in der Textilindustrie häufig verwendet. Der Grund dafür liegt neben dem günstigeren Preis auch in ihren besonderen Eigenschaften.


Viskose fällt weich und fließend, fühlt sich glatt an und besitzt einen dezenten, seidigen Glanz. Außerdem nimmt sie Farben sehr gut auf, sodass kräftige und leuchtende Farbtöne entstehen. Viele Menschen empfinden Kleidung aus Viskose zudem als angenehm kühl auf der Haut.


Gerade bei Sommerkleidung, leichten Shirts oder fließenden Kleidern sind diese Eigenschaften gefragt. Deshalb wird Viskose häufig mit anderen Fasern wie Baumwolle, Leinen oder Wolle kombiniert. Solche Garnmischungen verbinden den weichen Fall der Viskose mit den Eigenschaften anderer Fasern.


Genau diese Argumente sorgen dafür, dass Viskose bis heute in vielen Strick- und Bekleidungsgarnen eingesetzt wird.


Empfindlicher beim Waschen


Viskose verliert im nassen Zustand einen Teil ihrer Festigkeit. Es nimmt viel Feuchtigkeit auf und macht das Strickstück somit sehr schwer. Damit es ich nicht aushängt und grösser wird, sollten Strickstücke vorsichtig gewaschen und möglichst liegend getrocknet werden.

Auch Knitterfalten entstehen schneller als bei Baumwolle.


Weniger langlebig

Im Vergleich zu Baumwolle ist Viskose weniger scheuerfest. Kleidungsstücke können bei häufigem Tragen schneller Verschleiß zeigen.


Höherer Pflegeaufwand

Viele Viskosegarne empfehlen eine besonders schonende Wäsche oder sogar Handwäsche. Wer pflegeleichte Alltagskleidung bevorzugt, empfindet das oft als Nachteil.


Feuchtigkeit und Gerüche

Viskose kann zwar viel Feuchtigkeit aufnehmen. Gleichzeitig hält feuchte Viskosekleidung die Feuchtigkeit und auch Gerüche stärker fest und gibt sie langsamer als Naturfasern wieder ab.


Dieses Empfinden ist individuell und hängt auch von der jeweiligen Garnmischung und Verarbeitung ab.

Warum ich bewusst keine Viskosegarne verkaufe


Warum du in meinem Shop keine Viskosegarne findest, hat vor allem mit meinen eigenen Erfahrungen zu tun.

Vor etwa zwanzig Jahren besaß ich einige Kleidungsstücke aus Viskose. Obwohl sie sich im Geschäft angenehm weich anfühlten, war ich im Alltag nie wirklich glücklich damit.


Mich störten vor allem drei Dinge:

  • Die Kleidung entwickelte für mein Empfinden mit der Zeit einen unangenehmen Geruch.

  • Ich hatte oft das Gefühl, dass Wärme und Feuchtigkeit nicht so angenehm ausgeglichen wurden wie bei Naturfasern.

  • Insgesamt fühlten sich die Kleidungsstücke für mich weniger angenehm an als Baumwolle, Leinen oder Wolle.


Diese Erfahrungen haben mich geprägt.


Als ich später begann, Garne für meinen Shop auszuwählen, war für mich schnell klar, dass ich mich auf Naturfasern konzentrieren möchte.


Das bedeutet nicht, dass Viskose grundsätzlich ein schlechtes Material ist.

Viele Strickerinnen schätzen den weichen Fall oder den seidigen Glanz.


Für meine Philosophie und für die Garne, die ich selbst gerne verstricke und trage, suche ich jedoch andere Eigenschaften.


Meine Alternativen zu Viskose: Wenn du ein sommerliches Garn mit angenehmem Tragegefühl suchst, findest du in meinem Shop ausschließlich Naturfasern.

Warum ich Naturfasern bevorzuge


Bei der Auswahl meines Sortiments stehen für mich nicht möglichst viele Garne im Vordergrund, sondern Garne, hinter denen ich persönlich zu 100% stehen kann.


Ich bevorzuge Fasern, die möglichst nah an ihrem natürlichen Ursprung bleiben.

Baumwolle, Leinen, Alpaka oder Schurwolle besitzen bereits von Natur aus hervorragende Eigenschaften. Sie müssen nicht erst durch aufwendige chemische Verfahren in eine neue Faser umgewandelt werden.


Deshalb findest du in meinem Shop ausschließlich Garne, die zu dieser Philosophie passen:


Welche Alternativen zu Viskose empfehle ich?


Wenn du ein sommerliches Garn ohne Viskose suchst, gibt es viele schöne Möglichkeiten. Ich stelle dir hier drei Garne aus meinem Sortiment vor:


Bio-Pima-Baumwolle


Viscoseersatz Bio-Pima-Baumwolle

Sotton von "SoN" - Sie ist weich, langlebig und angenehm auf der Haut. Gleichzeitig bleibt sie eine reine Naturfaser. Sie eignet sich hervorragend für luftige Sommertops, Shirts und leichte Pullover.





Bio-Baumwolle


Falé von fonty

Falé von fonty - Bio-Baumwolle, handgesponnen, erzeugt ein lebendiges Strickbild und bringt die Eigenschaften einer Sommerfaser mit.




Baumwolle-Alpaka-Mischung


Bio-Baumwolle und Alpaka

Duna von Amano - Wer etwas mehr Geschmeidigkeit und Weichheit sucht, findet in diesem hochwertigen Baumwolle-Alpaka-Garn eine interessante Alternative – ganz ohne Viskose.


Mein Fazit


Viskose besitzt durchaus interessante Eigenschaften. Der fließende Fall und das kühle Tragegefühl machen sie für viele Kleidungsstücke attraktiv.


Für mich persönlich überwiegen jedoch die Nachteile.

Meine eigenen Erfahrungen, meine Vorliebe für Naturfasern und meine Philosophie bei der Auswahl der Garne haben dazu geführt, dass du in meinem Shop bewusst keine Viskosegarne findest.


Naturgarne mit besten Eigenschaften
Naturgarne, hinter denen ich stehen kann

Ich möchte Garne anbieten, die ich selbst mit Freude verstricke, gerne trage und guten Gewissens weiterempfehlen kann. Denn genau das ist für mich die Grundlage eines sorgfältig ausgewählten Sortiments.


Ich hoffe, dir hat das heutige Thema "Viscosegarne" in diesem Beitrag gefallen.

Gerne kannst du den Beitrag auch an andere weiterleiten oder weiterempfehlen – darüber würde ich mich sehr freuen!


Hier findest Du einen passenden Beitrag über Bio-Pima-Baumwolle "Warum Bio-Pima-Baumwolle so besonders ist – und warum ich mich in die Sotton verliebt habe".


Und nun viel Freude beim Aussuchen & Stricken deines Modells aus Naturgarnen!


Sende dir ganz herzliche Strickgrüße

Irina

2 Kommentare


Petra
vor 3 Tagen

Genauso geht es mir auch mit Viskose. Bei gekauften (Sommer) Sachen kann man Beimischungen oft nicht vermeiden. Aber bei Garnen, immer ohne.

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strickenohnenaht
strickenohnenaht
vor 19 Stunden
Antwort an

Du hast es wunderbar auf den Punkt gebracht: Wir Strickerinnen können uns bewusst für Garne aus den Fasern entscheiden, die wir mögen und die gut zu unseren Anforderungen passen.

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