LARA-Kleid stricken – nahtloses Kinderkleid aus Wollresten, das als Pullunder weitergetragen werden kann
- vor 15 Stunden
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Was macht das LARA-Kleid besonders?
Kinder wachsen schnell aus handgestrickten Kleidungsstücken heraus.
Das LARA-Kleid ist da ganz anders.

Das LARA-Kleid wird nach meiner SoN-Konstruktion nahtlos und in einem Stück gearbeitet. Es entwickelt sich dabei nicht aus einzelnen Schnittteilen, sondern aus einer geometrischen Grundform - aus einem grossen Dreieck.
Das LARA-Kleid beginnt mit einer einzigen Masche und endet auch wieder mit einer einzigen Masche.
Dazwischen wächst Masche für Masche ein Kleid, dessen besondere Wirkung vor allem durch die schräge Strickrichtung entsteht. Das LARA-Kleid ist als Tunika-Kleid konzipiert. Durch die weiten Ärmelausschnitte und die eher kurze Form kann es wunderbar über Leggings oder Hosen getragen werden.
Und genau diese Konstruktion hat einen weiteren Vorteil:
Das Kleid kann später weitergetragen werden – als Pullunder.
Wenn das Kind wächst und das Kleid zu kurz wird, bleiben die weiten Ärmelausschnitte erhalten. Dadurch lässt sich LARA später als Pullunder tragen. So wächst nicht nur das Kind – sondern auch die Nutzungsmöglichkeit des Kleidungsstücks.
Aus einer Masche entsteht ein Kleid
Der Strickbeginn des LARA-Kleides befindet sich am Saum in der vorderen Mitte.
Dort wird zunächst nur eine einzige Masche angeschlagen.
Durch gezielte Zunahmen - im Wechsel aus kraus rechts und glatt rechts - entsteht daraus Schritt für Schritt das erste große Dreieck des Kleides. Dieses Dreieck bildet die geometrische Grundlage für die vordere Partie.
Doch anders als bei einer klassischen Strickkonstruktion wird anschließend nicht einfach gerade nach oben gearbeitet.
Die Form entwickelt sich durch unterschiedliche Strickrichtungen.
Das Kleid wird aus zwei großen geometrischen Bereichen aufgebaut. Zwischen diesen Bereichen verändern sich Richtung, Muster und Farbe.
Gerade dadurch entsteht der besondere Fall des LARA-Kleides.
Die schräge Strickrichtung lässt das Gestrick weich über den Körper fallen und gibt dem Kleid seine lebendige, fließende Form.
Warum ich das LARA-Kleid entwickelt habe
In meiner Arbeit als studierte Mode- und Textildesignerin interessiert mich besonders, wie ein tragbares Kleidungsstück nicht aus den klassischen Bestandteilen Vorderteil, Rückenteil und Nähten entstehen kann.
Beim LARA-Kleid wollte ich eine Konstruktion entwickeln, bei der:
das Kleid nahtlos in einem Stück entsteht
die Strickrichtung Teil des Designs wird
unterschiedliche Muster die Konstruktion sichtbar machen
Farben gezielt eingesetzt werden können
Garnreste eine neue gestalterische Möglichkeit erhalten
das Kleid weich und beweglich fällt
das Modell über mehrere Jahre getragen werden kann
Besonders spannend finde ich dabei das Zusammenspiel von Konstruktion und Farbe: Die Konstruktion bestimmt die Linienführung – die Farben machen sie sichtbar.
Wie entsteht das LARA-Kleid?
Das gesamte LARA-Kleid wird auf einer Rundstricknadel gearbeitet.
Nach dem ersten großen Dreieck werden etwa drei Viertel der Maschen zunächst stillgelegt. Stilllegen bedeutet dabei, dass die Maschen auf der Nadel verbleiben, in diesem Arbeitsschritt jedoch nicht gestrickt werden.

Nun entsteht der linke Schulter- und Halsausschnitt.
Danach wird die rechte Schulter- und Halspartie gearbeitet.
Erst anschließend werden die stillgelegten Maschen wieder in die Konstruktion einbezogen und der Rückenbereich entsteht. Dieser bildet optisch eine Rautenform.

Die Konstruktion entwickelt sich also Schritt für Schritt, von Arbeitsschritt 1 bis 7:

Beginn mit einer einzigen Masche an der vorderen Mitte des Saums (s. techn. Zeichnung bei 1))
Entstehung des ersten großen Dreiecks (s. techn. Zeichnung bei 2))
Stilllegen eines Teils der Maschen
Stricken der linken Schulter- und Halsform (s. techn. Zeichnung bei 3) & 4))
Stricken der rechten Schulter- und Halsform (s. techn. Zeichnung bei 5) & 6))
Weiterarbeiten der stillgelegten Maschen
Entstehung der rückwärtigen Partie aus Abnahmen
(s. techn. Zeichnung bei 7))
Abschluss wieder bei einer einzigen Masche
So wächst aus einer einzigen Masche ein vollständig nahtloses Kleid.
Eine Konstruktion, unterschiedliche Strickrichtungen
Das Besondere am LARA-Kleid ist nicht nur seine geometrische Konstruktion.
Die Konstruktion wird durch die Kombination zweier unterschiedlicher Muster sichtbar.
Beim Originalmodell wechseln sich kraus rechte und glatt rechte Partien ab.
Doch die beiden Muster verlaufen nicht einfach parallel nebeneinander.
Sie folgen den unterschiedlichen Strickrichtungen der Konstruktion.
Dadurch entstehen Linien, die sich über das gesamte Kleid bewegen und ihm eine besondere Dynamik geben.
Das Gestrick wirkt dadurch nicht flach und statisch.
Die unterschiedlichen Richtungen erzeugen Bewegung.
Besonders deutlich wird dieser Effekt durch den Wechsel zwischen:
kraus rechts
glatt rechts
unterschiedlichen Farben
schräg verlaufenden Strickrichtungen
Die Konstruktion trägt das Design – nicht umgekehrt.
Warum die Farben beim LARA-Kleid eine so wichtige Rolle spielen
Beim Original-LARA habe ich die kraus rechten Partien am Vorderteil in einer Farbe gestrickt, am Rückenteil in einer anderen Farbe, weil mir das Grau ausgegangen ist.
Für die glatt rechten Bereiche habe ich dagegen verschiedene Farben verwendet.
Dadurch entsteht ein lebendiges Farbspiel, das die unterschiedlichen Strickflächen zusätzlich voneinander abgrenzt.
Jede glatt rechte Partie kann eine andere Farbe erhalten.
So wird aus der Konstruktion gleichzeitig eine Möglichkeit, mit vorhandenen Garnen zu gestalten: Das LARA-Kleid eignet sich deshalb besonders gut für die Resteverwertung.
Gerade kleinere Mengen hochwertiger Garne lassen sich in den einzelnen Farbflächen einsetzen. Das Ergebnis kann sehr ruhig und harmonisch wirken, wenn Farben aus ähnlichen Tönen verwendet werden (Kleid oben) – oder bewusst bunt und lebendig (Kleid unten).

Wer es reduzierter mag, kann das Kleid auch nur zweifarbig stricken.
Dann wird eine Farbe für alle kraus rechten Partien verwendet.
Eine zweite Farbe ersetzt die verschiedenen Farben der glatt rechten Bereiche.
So bleibt die besondere Konstruktion weiterhin sichtbar, während die Farbwirkung deutlich ruhiger wird.
Von der technischen Zeichnung zum fertigen Kleid
Bei einer ungewöhnlichen Strickkonstruktion ist es mir wichtig, dass nicht nur die einzelnen Reihen beschrieben werden.
Die Strickerin soll nachvollziehen können, was gerade entsteht.
Deshalb ist jeder Arbeitsschritt in der LARA-Anleitung mit einer technischen Zeichnung dargestellt.
Die vielen technischen Zeichnungen zeigen, wie sich die einzelnen Flächen des Kleides entwickeln und an welcher Stelle der Konstruktion gerade gearbeitet wird.
Das ist besonders hilfreich, weil das LARA-Kleid nicht wie ein klassisches Kleid von unten nach oben entsteht.
Warum die schräge Strickrichtung das Kleid so weich fallen lässt
Strickrichtungen werden bei Kleidungsstücken oft kaum wahrgenommen.
Beim LARA-Kleid sind sie dagegen ein wesentlicher Bestandteil der Form und der Optik.
Durch die Dreieckskonstruktion verändert sich die Richtung des Gestricks.
Dadurch entsteht eine besondere Beweglichkeit - vergleichbar mit einem Tellerrock, der im schrägen Fadenlauf zugeschnitten wird:
Das Kleid fällt weich und folgt der Bewegung des Körpers.
Gerade bei einem Kinderkleid ist das ein schöner Vorteil.
Das Kleidungsstück soll nicht nur eine interessante Form haben.
Es soll sich auch beim Spielen, Sitzen und Bewegen angenehm tragen lassen.
Die Konstruktion verbindet deshalb geometrische Klarheit mit einem weichen Fall.
Ein Kleid, das später zum Pullunder wird
Das LARA-Kleid ist bewusst mit weiten Ärmelausschnitten konstruiert. Dadurch entsteht zunächst eine lockere, tunikaartige Form. Mit zunehmender Körpergröße wird das Kleid natürlich kürzer. Doch genau hier beginnt seine zweite Nutzungsmöglichkeit: Aus dem Kleid kann ein Pullunder werden.
Ein LARA-Kleid in Größe 74/80 (die hier gezeigte Version) kann beispielsweise später noch als Pullunder getragen werden, wenn das Kind bereits die Größe 110/116 trägt.
Die weiten Ärmelausschnitte machen diese lange Tragezeit möglich. Das ist für mich ein besonders schöner Gedanke. Ein handgestricktes Kleidungsstück muss nicht nach einer einzigen Saison im Schrank verschwinden.
Eine gute Konstruktion kann seine Nutzung verändern und dadurch seine Lebensdauer verlängern.

Welches Garn passt zum LARA-Kleid?
Das Originalmodell wurde aus einem Garn mit:
50 % Seide
50 % Merino
150 m Lauflänge auf 50 g
gestrickt.
Die Kombination aus Seide und Merino passt besonders gut zu dieser Konstruktion.
Die Merinowolle sorgt für eine angenehme Elastizität. Die Seide unterstützt den weichen Fall des Gestricks und verleiht der Oberfläche eine besondere Leichtigkeit.
Gerade bei den schrägen Strickrichtungen passt ein Garn, das nicht zu steif ist:
Das Gestrick soll die geometrische Konstruktion zeigen und gleichzeitig weich fallen.
Gut zu wissen: Restgarne sollten auf 50g eine Lauflänge von ca. 150-180m haben. Dünnere Garne, etwa 200-250m auf 50g, könnten doppelfädig verstrickt werden.
Maschenprobe und Größen des LARA-Kleides
Die Maschenprobe für das LARA-Kleid liegt bei:
kraus rechts, gewaschen
10M = 4,0cm bzw. 25M = 10cm
10R = 2,5cm bzw. 40R = 10cm
Das LARA-Kleid ist für Babys und Kinder in zehn Größen erhältlich:
50/56 bzw. 0–2 Monate
62/68 bzw. 2–6 Monate
74/80 bzw. 6–12 Monate
86/92 bzw. 12–24 Monate
98/104 bzw. 2–4 Jahre
110/116 bzw. 4–6 Jahre
122/128 bzw. 6–8 Jahre
134/140 bzw. 8–10 Jahre
146/152 bzw. 10–13 Jahre
158/164 bzw. 13–15 Jahre
Die Konstruktion begleitet damit Kinder vom Babyalter bis in die Jugend.
Die fertige Länge reicht – je nach Größe – von 34 cm bis 77 cm. Dabei haben die Kleider in Babygrössen einen kleineren Umfang am Saum, die Kleider in den grösseren Grössen dagegen eine deutlich grössere Saumweite.
Durch die besondere Konstruktion und die weiten Ärmelausschnitte kann das Modell über einen langen Zeitraum getragen werden.
Für wen eignet sich das LARA-Kleid?
Das LARA-Kleid eignet sich besonders für Strickerinnen, die Freude daran haben, beim Stricken die Entstehung eines Kleidungsstücks mitzuerleben.
Du solltest rechte und linke Maschen sicher beherrschen und dich gerne auf eine ungewöhnliche Konstruktion einlassen. Die technische Herausforderung besteht dabei nicht darin, komplizierte Muster auswendig zu lernen. Viel spannender ist die Entwicklung der Form.
Masche für Masche verändert sich die Fläche und plötzlich wird aus einem kleinen Dreieck ein Kleid.
Besonders viel Freude wirst du an LARA haben, wenn du:
liebendgerne Dreieckstücher strickst
ungewöhnliche Strickkonstruktionen magst
gerne mit Farben spielst
Garnreste verwenden möchtest
verstehen möchtest, wie ein Kleidungsstück konstruiert wird
ein Modell mit langer Tragezeit suchst
Das LARA-Kleid aus Semilla Melange von BC Garn aus 100% Bio-Merino
Was macht das LARA-Kleid besonders?
Das LARA-Kleid verbindet mehrere Ideen, die für meine SoN-Konstruktionen typisch sind:
Beginn mit einer einzigen Masche
nahtloses Stricken in einem Stück
eine Konstruktion aus geometrischen Dreiecken
unterschiedliche Strickrichtungen
kraus rechte und glatt rechte Flächen
ein bewusstes Spiel mit Farben
technische Zeichnungen zu jedem Arbeitsschritt
eine lange Tragezeit durch die Möglichkeit, das Kleid später als Pullunder zu tragen
Das Ergebnis ist ein Kleid, bei dem Konstruktion, Muster und Farbe untrennbar miteinander verbunden sind.
Das LARA-Kleid zeigt besonders deutlich, was mich an der Entwicklung von Strickkonstruktionen fasziniert: Aus einer einzigen Masche entsteht eine Fläche.
Aus der Fläche entstehen geometrische Formen. Und aus diesen Formen wächst schließlich ein tragbares Kleidungsstück.
Von einer Masche zum Kleid – und später zum Pullunder.
Das LARA-Kleid aus Big Bio Balance von BC Garn aus 50% Bio-Merino & 50% Bio-Baumwole
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Wenn du noch andere meiner Strickkonstruktionen ausprobieren möchtest, empfehle ich dir den Beitrag "POLA-Pulli stricken - eine klassische Top Down Anleitung für Babys und Kinder (ohne Raglan)".
Und nun viel Freude beim Aussuchen von Wollresten für das zauberhafte LARA-Kleid!
Sende dir ganz herzliche Strickgrüße
Irina













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