ELSA-Mütze stricken – Baby- & Kindermütze mit perfekter Passform
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Eine Mütze kann mehr sein als ein Schlauch, der oben geschlossen wird.
Bei der ELSA-Mütze beginnt die Konstruktion an einer ganz anderen Stelle: am hinteren Kopf.
Von dort aus entsteht die Mütze Schritt für Schritt um den Kopf herum. Durch Zu- und Abnahmen sowie verkürzte und verlängerte Reihen entsteht eine dreidimensionale Form, die sich eng an den Kopf anschmiegt.
Das Besondere daran: Die Konstruktion erinnert an eine Socke mit Bumerangferse. Und genau diese Konstruktion sorgt dafür, dass die ELSA-Mütze nicht einfach nur auf dem Kopf sitzt, sondern sich seiner Form anpassend nicht verrrutscht.
Eine Mütze, die wie eine Socke konstruiert wird
Wenn wir eine klassische Mütze betrachten, denken wir meist an eine einfache Form: Ein Bündchen, ein mehr oder weniger gerader Kopfteil und anschließend Abnahmen bis zur Spitze.
Die ELSA-Mütze funktioniert anders.
Sie wird ausschließlich in Reihen gestrickt und entsteht aus einer Folge von verkürzten und verlängerten Bereichen.

Der Strickbeginn liegt am hinteren Kopf. Dort werden die beiden Bindebändchen direkt mitgearbeitet.
Anschließend wird die hintere Kopfpartie geformt. Dafür werden Maschen zunächst zugenommen und anschließend durch verkürzte Reihen schrittweise verkürzt.
Danach verändert sich die Strickrichtung erneut.
Die Maschen werden wieder verlängert und bilden die vordere Kopfpartie. Zum Schluss entsteht durch weitere verlängerte Reihen die Stirnpartie.
So entwickelt sich aus einer zunächst flachen Fläche eine dreidimensionale Mützenform.

Aus einer Fläche wird eine Form, die sich um den Kopf legt. Genau dieser Gedankenansatz ist typisch für meine Arbeit als Textildesignerin bei den SoN-Konstruktionen.
Warum verkürzte und verlängerte Reihen hier so wichtig sind
Verkürzte Reihen kennt man häufig von Socken, Schultern oder anderen Stellen, an denen eine Strickfläche eine Rundung bekommen soll.
Bei der ELSA-Mütze übernehmen sie eine zentrale konstruktive Aufgabe.
Durch das schrittweise Verkürzen wird die hintere Kopfpartie geformt. Die Strickfläche wird dadurch nicht einfach gleichmäßig breit weitergeführt, sondern bekommt eine räumliche Entwicklung.
Anschließend wird dieser Prozess umgekehrt.
Die Maschen werden wieder verlängert und die Fläche wächst in Richtung Stirn.
Dadurch entsteht eine Form, die sich deutlich stärker an der Anatomie des Kopfes orientiert als eine einfache, rundgestrickte Mütze.
Die Konstruktion ähnelt einer Bumerangferse
Wenn du schon einmal eine Socke mit Bumerangferse gestrickt hast, kommt dir das Prinzip vielleicht bekannt vor.
Auch dort wird eine flache Strickfläche durch verkürzte und verlängerte Reihen so geformt, dass sie sich anschließend um eine dreidimensionale Körperform, die Ferse, legen kann.
Bei der ELSA-Mütze passiert etwas ganz Ähnliches.
Nur ist es diesmal nicht die Ferse, die geformt wird, sondern der Kopf.
Die Konstruktion nutzt also ein Prinzip, das wir vom Sockenstricken kennen, für einen völlig anderen Körperbereich.
Und genau solche Übertragungen finde ich beim Entwickeln von Strickkonstruktionen besonders spannend.
Die Stirnpartie entsteht zuletzt
Besonders interessant finde ich die Konstruktion der Stirnpartie.
Nachdem die hintere und vordere Kopfpartie geformt wurden, wird die bisher glatt rechts gestrickte mittlere Partie in kraus rechts gearbeitet.
Dabei werden die Maschen erneut durch verlängerte Reihen wieder in Arbeit gebracht.
So entsteht die dreidimensionale Stirnpartie.
Sie liegt nah am Kopf und sorgt dadurch nicht nur für die charakteristische Form der Mütze, sondern auch für zusätzlichen Schutz und Wärme an der Stirn.
Die Mütze wird also nicht einfach oben geschlossen.
Ihre Form entsteht aus der Art, wie die Strickfläche aufgebaut und verändert wird.
Die Passform entsteht durch die Konstruktion
Die ELSA-Mütze ist bewusst sehr eng anliegend konstruiert.
Das ist kein Zufall. Die dreidimensionale Form soll nah am Kopf liegen und sich seiner Form anschmiegen. Deshalb ist bei größeren Größen auch das Haarvolumen zu berücksichtigen. Ab Größe 4 kann es je nach Haarmenge sinnvoll sein, die Mütze eine Größe größer zu stricken.
Auch hier zeigt sich ein Prinzip, das mir bei meinen Modellen wichtig ist:
Passform entsteht nicht erst durch die Wahl der richtigen Größe. Sie steckt bereits in der Konstruktion.

Zwei Nadelstärken – zwei unterschiedliche Möglichkeiten
Die ELSA-Mütze gibt es in zwei Konstruktionsvarianten:
Version I wird mit Nadelstärke 3,0 mm gestrickt.
Version II wird mit Nadelstärke 4,0 mm gestrickt.
Dadurch kannst du die Mütze mit unterschiedlichen Garnen und entsprechend unterschiedlichen Maschenproben arbeiten.
Wichtig ist dabei, die für das jeweilige Garn passende Version zu wählen und die Maschenprobe und das tatsächliche Strickverhalten des Garns zu berücksichtigen.
Denn auch bei einer so präzise konstruierten Mütze gilt:
Konstruktion und Material arbeiten zusammen.
Sechs Größen für die Kleinsten
Die ELSA-Mütze ist für Babys und kleine Kinder in sechs Größen ausgearbeitet:
Größe | Alter | Kopfumfang |
1 | 0–2 Monate | 36 cm |
2 | 2–4 Monate | 40 cm |
3 | 4–6 Monate | 43 cm |
4 | 6–12 Monate | 46 cm |
5 | 12–24 Monate | 48 cm |
6 | 2–4 Jahre | 50 cm |
Mein Tipp: Gerade bei einer eng anliegenden Mütze ist es sinnvoll, den tatsächlichen Kopfumfang des Kindes zu berücksichtigen und nicht ausschließlich nach dem Alter auszuwählen. Und natürlich sollte unbedingt die Maschenprobe beachtet werden.


Eine kleine Mütze mit viel Konstruktion
Was auf den ersten Blick wie eine einfache Kindermütze aussieht, enthält erstaunlich viel konstruktives Denken. Der Aufbau folgt einer klaren Abfolge:
hinterer Kopf → verkürzte Reihen → vorderer Kopf → verlängerte Reihen → Stirnpartie
Und genau das macht die Kinder-Mütze so interessant. Sie zeigt sehr anschaulich, dass man mit verkürzten und verlängerten Reihen nicht nur kleine Anpassungen vornehmen kann. Man kann damit eine komplette dreidimensionale Form entwickeln.

Masche für Masche erklärt
Die Konstruktion der ELSA-Mütze ist ungewöhnlich – deshalb ist die Anleitung besonders ausführlich aufgebaut.
Jede Reihe und jeder einzelne Arbeitsschritt ist genau beschrieben.
Du musst weder die Konstruktion selbst berechnen noch überlegen, wann welche Maschen verkürzt oder verlängert werden.
Die Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch den Aufbau der Mütze: von den ersten Maschen am hinteren Kopf über die verkürzten Reihen bis zur vorderen Kopfpartie und der dreidimensionalen Stirnpartie.
Auch die notwendigen Zunahmen und die Position der Maschenmarkierer werden genau angegeben.
So kannst du die Konstruktion Masche für Masche und Reihe für Reihe nacharbeiten, ohne das zugrunde liegende Konstruktionsprinzip selbst entwickeln zu müssen.
Gerade bei einer ungewöhnlichen Konstruktion ist mir das wichtig: Die Idee darf anspruchsvoll sein – die Anleitung soll dich trotzdem sicher durch das Stricken führen.
Ein Modell - viele Wollpakete
In meinem Shop sind einige Wollpakete für die ELSA-Mütze zu finden:
Bio Balance von BC Garn - aus Merino & Baumwolle, mit N3,0 für eine sommerliche Version
Semilla Silkbloom von BC Garn - aus Merino & Seide, mit N3,0 für eine zarte & sehr weiche Version
Origin von SESIA - aus Merino & Alpaka, mit N4,0 für eine robustere Kinder-Version
Semilla Melange von BC Garn - aus reiner Merino, mit N3,0 für ein festes Maschenbild oder mit N4,0 für eine locker luftige Mütze
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Wenn du noch andere meiner Strickkonstruktionen ausprobieren möchtest, empfehle ich dir den Beitrag "Handstulpen stricken mit besonderer Passform: Die GIGI-Handstulpen aus der SoN-Konstruktion".
Und nun viel Freude beim Ausprobieren meiner Kinder-Mützen-Konstrukion!
Sende dir ganz herzliche Strickgrüße
Irina












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