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CARLA-Weste stricken – eine geometrische Konstruktion, die Masche für Masche entsteht

  • vor 1 Tag
  • 5 Min. Lesezeit

Was macht die CARLA-Weste besonders?


Eine Weste ist für mich längst nicht nur ein praktisches Kleidungsstück zum Darüberziehen. Sie kann ein eigenständiges Designstück sein – mit einem besonderen Aufbau, einer spannenden Linienführung und einer Form, die erst durch die Stricktechnik entsteht.


Die CARLA-Weste entsteht nach meiner SoN-Konstruktion. Dabei entwickelt sich das Kleidungsstück aus einer geometrischen Grundform, statt aus Vorder- und Rückenteil, es wächst Masche für Masche.


CARLA-Weste – eine geometrische Konstruktion mit grafischer Karo-Optik


Auf den ersten Blick fällt das grafische Karo-Muster auf. Doch hinter dieser klaren Optik steckt ein ungewöhnlicher Entstehungsprinzip:

Die halbe Weste entsteht aus einem einzigen Dreieck, das sich aus dem Anschlag einer einzigen Maschen entwickelt.


Skizze der CARLA-Weste zeigt das grosse Dreieck
Unten bei der 1) ist der Strickbeginn mit dem Anschlag einer einzigen Masche. Danach entsteht durch Zunahmen das grosse Dreieck.

Durch gezielte Zunahmen verändert sich die Strickrichtung. Dadurch verlaufen die eigentlich geraden Linien des Karo-Musters schräg und machen die besondere Geometrie der Weste sichtbar. Der Aufbau ist dabei nicht nur ein technisches Detail – sie ist ein wesentlicher Teil des Designs.


Die Konstruktion trägt das Design – nicht umgekehrt.



Warum ich die CARLA-Weste entwickelt habe


In meiner Arbeit als studierte Mode- und Textildesignerin interessiert mich besonders, wie aus einer technischen Idee ein tragbares Kleidungsstück entsteht.


Eine gute Passform entsteht nicht zufällig, sondern durch Konstruktion – Masche für Masche.


Bei der CARLA-Weste wollte ich keine klassische Weste mit einem geraden Aufbau entwickeln. Mein Ziel war eine Formfindung, die:

  • eine außergewöhnliche geometrische Form erzeugt

  • das Karo-Muster als Gestaltungselement nutzt

  • die nahtlose Entstehung ist die Voraussetzung

  • trotz ungewöhnlichem Aufbau verständlich strickbar bleibt

  • eine moderne und tragbare Silhouette entstehen lässt


Die Herausforderung bestand darin, eine komplex wirkende Form so aufzubauen, dass jede/r StrickerIn die Entwicklung nachvollziehen kann.

Wie wird die CARLA-Weste konstruiert?


Die gesamte Weste wird ausschließlich in Reihen auf einer Rundstricknadel gearbeitet.


Karo-Muster der CARLA-Weste mit dem Strickbeginn an der hinteren Mitte

Ein besonderer Vorteil der SoN-Konstruktion: Die Blenden werden direkt während des Strickens mitgearbeitet. Sie sind von Anfang an Teil des Designs und müssen später weder separat angestrickt noch Maschen aus fertigen Kanten aufgenommen werden.


CARLA-Weste: Der Strickbeginn ist am Saum

Der Strickbeginn befindet sich am Saum in der hinteren Mitte. Zunächst wird ein großes Dreieck gearbeitet, das die gesamte Saumweite der Weste bildet.


Dieses Dreieck ist nicht nur die geometrische Grundlage der CARLA-Weste, sondern beeinflusst gleichzeitig ihre Passform. Durch die schräge Strickrichtung

kann sich das Gestrick besonders harmonisch an die Körperform anpassen. Die Weste folgt dadurch der natürlichen Bewegung des Körpers und wirkt gerade durch ihren außergewöhnlichen Aufbau weich und anschmiegsam.


Aus dieser geometrischen Basis entwickelt sich die gesamte Weste Schritt für Schritt:

  • die linke hintere und vordere Schulterpartie inklusive Armausschnitt

  • anschließend das linke Vorderteil


Mit jeder Zunahme verändert sich die Form. Plötzlich wird sichtbar, wie aus einer einzigen Masche langsam ein tragbares Kleidungsstück entsteht.


technische Zeichnung der CARLA-Weste
Beim Arbeitsschritt 3) & 4) entsteht die vordere & hintere Schulterpartie der CARLA-Weste.

Während die linke Seite gearbeitet wird, bleiben die Maschen der rechten Seite stillgelegt. Sie verbleiben ungestrickt auf der Nadel und werden im späteren Arbeitsschritt wieder weitergestrickt.


So entsteht die CARLA-Weste aus einer klaren geometrischen Grundform heraus – jede Konstruktionsphase baut logisch auf der vorherigen auf.

Eine Strickkonstruktion, die sichtbar wird


Viele Strickkonstruktionen verschwinden im fertigen Kleidungsstück und sind später nicht mehr erkennbar. Bei der CARLA-Weste ist das anders.


Das Karo-Muster macht die Entstehung der Form sichtbar. Die waagerechten und senkrechten Linien des Musters treffen durch die Zunahmen auf eine schräge Strickrichtung. Dadurch entsteht eine lebendige grafische Struktur, die die Dreieckskonstruktion zusätzlich betont.


Das Ergebnis ist eine Weste mit architektonischer Wirkung, die gleichzeitig weich und angenehm zu tragen bleibt.


Die diagonale Linienführung des Karo-Musters entsteht durch die besondere Strickrichtung der Konstruktion.
Die diagonale Linienführung des Karo-Musters entsteht durch die besondere SoN-Strickrichtung.

Von der technischen Zeichnung zum fertigen Kleidungsstück


Gerade bei meiner besonderen SoN-Konstruktion ist es mir wichtig, dass die Strickerin nicht nur einzelne Schritte ausführt, sondern versteht, wie ein Kleidungsstück entsteht.



technische Zeichnung der  gesamten CARLA-Weste

Deshalb enthält die CARLA-Anleitung:


  • technische Zeichnungen zu jedem einzelnen Arbeitsschritt

  • Fotos der Zwischenstände

  • eine klare Darstellung der verschiedenen Arbeitsphasen

  • eine Anleitung, die jede Masche und jede Reihe genau beschreibt


Zusätzlich arbeite ich in meinen Workshops mit einem selbst entwickelten Papierschnitt der CARLA-Weste.


Dieser Papierschnitt hilft den TeilnehmerInnen dabei, die räumliche Entwicklung der Weste zu verstehen. Sobald die einzelnen Flächen und Arbeitsschritte sichtbar werden, verliert die Konstruktionsidee ihre Komplexität und wird logisch nachvollziehbar.


Genau das ist mir wichtig: Nicht nur eine Anleitung bereitzustellen, sondern Verständnis für die SoN-Konstruktion zu schaffen.

Warum ich Alpaka Queen für die CARLA-Weste gewählt habe


Für die CARLA-Weste habe ich mich für Alpaka Queen von Schoppel entschieden.



Dieses außergewöhnliche Garn verbindet die Eigenschaften von Merinowolle und Alpaka und erhält dadurch eine ganze besondere Oberfläche.


Bereits während des Spinnens wird das Garn gewalkt. Dabei verbinden sich die Merinowollfasern mit den Alpakafasern zu einem charakteristischen Reggae-Walkeffekt-Garn.


Am Strang fühlt sich das Garn zunächst eher glatt an. Nach dem Stricken entfalten sich die ersten weichen Fasern, und nach der Wäsche entsteht die typische kuschelige Alpaka-Struktur.


Nach zehn Jahren Erfahrung mit diesem Garn kann ich sagen: Es gehört zu den langlebigsten Garnen in meinem Shop.


Die Materialzusammensetzung:

  • 50 % Schurwolle

  • 50 % Alpaka

  • 100g Strang = 200m


Die Kombination passt besonders gut zu Westen und Pullunder, wie zum Beispiel zu der CARLA-Weste, weil sie den klaren geometrischen Aufbau mit einer weichen, angenehmen Oberfläche verbindet, das Karo-Muster wunderbar plastisch wirken lässt und der CARLA-Weste den nötigen Stand verleiht.

Maschenprobe und Größen

Die CARLA-Weste wird mit Nadelstärke 4,0 gestrickt und erhält dadaurch die nötige Festigkeit und somit einen Stand, den eine Weste haben sollte.


Die Maschenprobe in kraus rechts, gewaschen:

10 Maschen = 4,9 cm bzw. 20 Maschen = 10 cm

10 Reihen = 2,5 cm bzw. 40 Reihen = 10 cm


Die Anleitung umfasst neun Größen von XS bis 5XL.


Die Körpermaße, fertigen Maße samt Garn- & Knopfanzahl:

Größe

Brustweite Körper

Hüftweite Körper

fertiger Saumumfang Weste

Garnmenge

Knöpfe

XS

80 cm

82 cm

86 cm

200 g

6

S

86 cm

90 cm

94 cm

300 g

7

M

92 cm

98 cm

102 cm

300 g

7

L

98 cm

106 cm

110 cm

400 g

7

XL

104 cm

114 cm

118 cm

400 g

8

2XL

110 cm

122 cm

126 cm

500 g

8

3XL

116 cm

130 cm

134 cm

500 g

8

4XL

122 cm

138 cm

142 cm

600 g

8

5XL

128 cm

146 cm

150 cm

600 g

8


Für wen eignet sich die CARLA-Weste?

Die CARLA-Weste eignet sich besonders für Strickerinnen, die Freude an ungewöhnlicher Strickarchitektur haben und verstehen möchten, wie ein Kleidungsstück aufgebaut wird.


Wenn du rechte und linke Maschen sicher beherrschst und dich gerne auf eine besondere Strickkonstruktion einlässt, kannst du die einzelnen Schritte dank der technischen Zeichnungen und Fotos gut nachvollziehen.


Besonders viel Freude wirst du an diesem Modell haben, wenn dich nicht nur das fertige Kleidungsstück interessiert, sondern auch der Weg dorthin.

Was macht die CARLA-Weste besonders?


Bei der SoN-Konstruktion bestimmt nicht ein vorgefertigter Schnitt die Form des Kleidungsstücks. Die Form entwickelt sich während des Strickens Schritt für Schritt am Körper.


Genauer gesagt verbindet die CARLA-Weste:


  • eine außergewöhnliche Dreieckskonstruktion

  • ein grafisches Karo-Muster

  • eine spannende Veränderung der Strickrichtung

  • technische Zeichnungen für jeden Arbeitsschritt

  • ausführliche Fotos der Entstehung

  • ein hochwertiges Naturfasergarn aus Alpaka und Schurwolle


Das Ergebnis ist eine Weste, bei der Konstruktion und Design untrennbar miteinander verbunden sind.


CARLA-Weste Anleitung stricken


Die CARLA-Weste macht die SoN-Konstruktion sichtbar – Masche für Masche.





Ich hoffe, dir hat das heutige Thema "CARLA-Weste stricken"  in diesem Beitrag gefallen.


Gerne kannst du den Beitrag auch an andere weiterleiten oder weiterempfehlen – darüber würde ich mich sehr freuen!


Wenn du noch andere meiner Strickkonstruktionen ausprobieren möchtest, empfehle ich dir den Beitrag "GIGI-Pullunder stricken – das moderne Strickprojekt mit grafischer Wirkung" bei mir im Blog.


Und nun viel Freude beim Ausprobieren meiner Westen-Konstrukion!


Sende dir ganz herzliche Strickgrüße

Irina

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